12-Stundentag und Abschaffung der Mindestlöhne für ausländische Firmen: Unsere Geduld ist am Ende!

Der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) läuft Ende Jahr aus und für die Sicherung der Rente mit 60 braucht es Massnahmen. Eigentlich liegen die Lösungen auf dem Tisch. Doch der Baumeisterverband verhindert mit Maximalforderungen einen Vertragsabschluss. Wir Bauarbeiter haben genug: Wir werden für unsere Rechte kämpfen – mit Protestaktionen in den ganzen Kanton und in der Schweiz.

Zuerst hat sich der Schweizerische Baumeisterverband neun Monate lang geweigert, mit unseren Gewerkschaften über die Sicherung der Rente mit 60 zu verhandeln. Das Problem sei im Stiftungsrat FAR zu lösen, das Rentenalter auf 62 zu erhöhen oder die Rente um 30 Prozent zu senken. 18‘000 Bauarbeiter an der grossen Bau-Demo im Juni 2018 und eine Klage der Gewerkschaften wegen Vertragsverletzung haben den Baumeisterverband zum Umdenken gebracht: Seit August 2018 wird über die Sicherung der Rente mit 60 verhandelt. Eine Lösung liegt auf dem Tisch: Die Rente mit 60 bleibt, die Bauarbeiter übernehmen die Kosten der Sanierung, wenn im Gegenzug der Baumeisterverband eine anständige Lohnerhöhung zahlt.

12 Stundentag als Normalfall: Ein Massaker an der Gesundheit der Bauarbeiter

Aber: Der Baumeisterverband ist nur bereit, diese Lösung umzusetzen, wenn die Gewerkschaften einem Kahlschlag im Landesmantelvertrag zustimmen. Wir  Bauarbeiter sind ob dieser Erpressung sehr wütend. Bereits heute haben wir Bauarbeiter oft viel zu lange Arbeitstage. 10 Stunden auf der Baustelle, dann noch zwei Stunden Fahrzeit. Das ist heute in Ausnahmefällen möglich. Jetzt wollen die Baumeister 300 statt 100 flexible Stunden. Die Folge: Von März bis in den Dezember wären tagtäglich 12-Stundenarbeitstage möglich. Das käme einem Massaker an der Gesundheit der Bauarbeiter gleich. Im Januar und Februar könnten die Firmen uns dann gegen unseren Willen zu Hause lassen. Die 300 Überstunden würden auch nicht ausbezahlt.

Keine Mindestlöhne für ausländische Firmen und Lohnklau bei älteren Bauarbeitern

Der Baumeisterverband verlangt, dass für «Praktikanten», die weniger als vier Monate auf dem Bau arbeiten, keine Mindestlöhne mehr gelten. Das bedeutet konkret: Ausländische Baufirmen, die 90 Tage bewilligungsfrei in der Schweiz arbeiten können, dürften mit «Praktikanten», denen sie vielleicht 1000 Franken Monatslohn bezahlen, hier bauen. Der Mindestlohn wäre ausgehebelt. Was der Baumeisterverband hier fordert, wäre eine Katastrophe für alle Schweizer Baufirmen.

Auch die Forderung, dass älteren Bauarbeitern nach einem Stellenwechsel nur noch der tiefste Hilfsarbeiterlohn bezahlt werden muss – Lohnsenkungen von mehr als 1000 Franken pro Monat wären dann erlaubt – schadet allen korrekten Firmen und ist respektlos gegenüber uns hart arbeitenden Bauarbeitern.

Die Versammlung der Bauarbeiter im Berner Oberland ruft ihre Kollegen Bauarbeiter an den Protestaktionen teilzunehmen. Von ihren Baumeister erwarten die Bauarbeiter, dass sie sich von der ideologischen Forderungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes distanzieren, den es geht um unsere Gesundheit, unsere Löhne und unsere Würde.